Cortexion ist ab sofort hochverfügbar. Wir haben die Plattform auf mehrere redundante Server verlagert — jede Komponente läuft jetzt mehrfach, auf getrennten Maschinen, hinter einer Lastverteilung, die permanent prüft, wer gesund ist. Der Ausfall eines einzelnen Servers führt damit zu keiner Unterbrechung mehr, sondern nur noch zu einer Umleitung, die niemand bemerkt.
Was sich technisch geändert hat
Bis vor Kurzem galt für einzelne Dienste dasselbe wie für die meisten Unternehmenssysteme: Sie liefen zwar auf professioneller Infrastruktur, aber jeweils in einer Ausführung. Das funktioniert im Alltag hervorragend — bis eine Maschine ein Hardwareproblem hat, ein Update ansteht oder ein Netzwerkpfad wegbricht. Dann steht der Dienst, und alle warten.
Genau diese Situation gibt es jetzt nicht mehr. Der neue Aufbau folgt einem einzigen Grundsatz: kein Bauteil, dessen Ausfall die Plattform stoppt. Alles, was für den Betrieb nötig ist, existiert mindestens doppelt — in der Regel dreifach — und auf physisch getrennter Hardware:
- Anwendungsserver mehrfach. Chat, Assistenten, Automatisierungen und Apps laufen parallel auf mehreren Servern. Die Lastverteilung schickt jede Anfrage an eine gesunde Instanz.
- Gesundheitsprüfung im Sekundentakt. Antwortet eine Instanz nicht mehr korrekt, wird sie sofort aus der Verteilung genommen und automatisch ersetzt — ohne dass jemand eingreifen muss.
- Datenhaltung repliziert. Die Datenbank schreibt synchron auf mehrere Knoten. Fällt der führende Knoten aus, übernimmt ein Replikat die Führung; die letzte bestätigte Buchung ist nicht verloren.
- Dateien mehrfach abgelegt. Dokumente, Anhänge und Wissensdatenbank-Inhalte liegen redundant im Objektspeicher, nicht auf einer einzelnen Festplatte.
- Warteschlangen sind dauerhaft. Ein Automatisierungslauf, der beim Ausfall gerade unterwegs war, geht nicht verloren — er wird nach der Übernahme wieder aufgenommen.
- Getrennte Standorte, gleiches Land. Die Redundanz verteilt sich auf voneinander unabhängige Rechenzentrumsbereiche innerhalb Deutschlands. Ausfallsicherheit kostet keine Datensouveränität.
Was „hochverfügbar“ in Zahlen bedeutet
Der Begriff wird inflationär benutzt, deshalb hier die harte Währung: Verfügbarkeit misst man in Prozent, und jede Nachkommastelle ist eine Größenordnung. So viel Stillstand steckt hinter den üblichen Werten (bei einem 30-Tage-Monat):
| Verfügbarkeit | Ausfall pro Monat | Ausfall pro Jahr | Typischer Aufbau |
|---|---|---|---|
| 99 % | 7 h 12 min | 3 Tage 16 h | einzelner Server ohne Reserve |
| 99,5 % | 3 h 36 min | 1 Tag 20 h | Einzelserver mit Wartungsfenstern |
| 99,9 % | 43 min | 8 h 45 min | redundant, vertraglich zugesichert |
| 99,99 % | 4 min | 53 min | redundant mit automatischer Übernahme |
Der Sprung von 99 % auf 99,9 % ist der entscheidende: Er verwandelt einen halben verlorenen Arbeitstag pro Monat in eine Dreiviertelstunde. Vertraglich zusichern lässt sich in unseren Business- und Enterprise-Plänen eine monatliche Verfügbarkeit von 99,9 % mit Service Credits bei Verstoß. Der neue redundante Aufbau ist darauf ausgelegt, im Betrieb deutlich darüber zu liegen — den nachprüfbaren Ist-Wert veröffentlichen wir laufend auf unserer Status-Seite, statt ihn zu versprechen.
Wartung passiert jetzt im laufenden Betrieb
Der praktische Gewinn zeigt sich nicht erst im Störfall, sondern jede Woche. Weil jede Komponente mehrfach läuft, brauchen Updates kein Wartungsfenster mehr: Eine Instanz nach der anderen wird aus der Verteilung genommen, aktualisiert, geprüft und wieder aufgenommen. Währenddessen bedienen die übrigen Instanzen den Verkehr weiter.
Für Sie heißt das: keine Ankündigungsmails über nächtliche Wartungsarbeiten, keine Sonntagstermine für Updates, keine abgebrochenen Sitzungen mitten in der Arbeit. Sicherheits-Patches können wir zudem sofort ausrollen, statt sie bis zum nächsten Fenster zu sammeln — was die Angriffsfläche messbar verkleinert. Die vollständigen technischen und organisatorischen Maßnahmen dahinter stehen auf unserer Security-Seite.
Die zweite Redundanz-Ebene: die KI-Modelle
Serverredundanz allein wäre bei einer KI-Plattform nur die halbe Miete. Die häufigste Störungsquelle der letzten Jahre war nicht die eigene Hardware, sondern der Ausfall eines Modellanbieters — und den kann kein noch so guter Serververbund abfangen, wenn die Plattform an genau ein Modell gebunden ist.
Cortexion arbeitet deshalb von Beginn an anbieterübergreifend. Ist ein Modell nicht erreichbar, überlastet oder in Europa nicht mehr zugelassen, routet die Plattform automatisch auf ein gleichwertiges Modell eines anderen Anbieters. Ihre Assistenten, Automatisierungen und Apps laufen weiter, ohne dass ein einziger Ablauf umgebaut werden muss. Warum diese Unabhängigkeit strategisch mindestens so wichtig ist wie die Serverarchitektur, haben wir ausführlich im Beitrag zu Vendor-Lock-in bei KI hergeleitet.
Warum Verfügbarkeit wichtiger wird, je mehr Sie automatisieren
Solange KI nur im Chat genutzt wird, ist ein Ausfall ärgerlich: Man macht eben eine Stunde etwas anderes. Sobald aber Prozesse daran hängen, ändert sich die Rechnung grundlegend — denn dann fällt nicht ein Werkzeug aus, sondern ein Arbeitsschritt, auf den andere warten.
Der nächtliche Buchungslauf, der Rechnungen aus dem Vorsystem überträgt. Das Morgen-Briefing, das drei Postfächer und das Ticketsystem zusammenfasst. Die Anfrage aus dem Kontaktformular, die innerhalb von Minuten im CRM landen und einen Anruf auslösen soll. Fällt das für vier Stunden aus, ist der Schaden nicht die Wartezeit, sondern die Kette dahinter: unbeantwortete Leads, gerissene Reaktionszusagen, ein Monatsabschluss, der sich um einen Tag schiebt.
Deshalb gehört zur Hochverfügbarkeit mehr als der Serververbund. Jeder Lauf wird protokolliert und lässt sich nach einer Störung genau dort wieder aufnehmen, wo er unterbrochen wurde; Dublettenprüfungen verhindern, dass eine Wiederaufnahme dieselbe Buchung ein zweites Mal anlegt. Wie solche Abläufe entstehen — und zwar in normalen Sätzen, ohne Programmierkenntnisse — beschreibt der Beitrag zu Prozessautomatisierung im Chat; die methodischen Grundlagen dazu stehen im Leitfaden Automatisierung und Workflow.
Eine grobe Hausnummer, um die Größenordnung zu greifen: Hängen in einem Unternehmen 60 Menschen an der Plattform und rechnet man mit 45 Euro Vollkosten pro Stunde, kostet ein halber Ausfalltag rund 11.000 Euro an gebundener Arbeitszeit — Folgeschäden wie verlorene Anfragen noch gar nicht eingerechnet. Der Unterschied zwischen 99 % und 99,9 % Verfügbarkeit ist damit keine Nachkommastelle, sondern ein Posten in der Jahresrechnung.
Backup und Wiederanlauf: die Ebene darunter
Redundanz schützt vor dem Ausfall einer Maschine. Sie schützt nicht vor versehentlich gelöschten Daten oder einem fehlerhaften Datensatz, der sich brav auf alle Replikate verteilt. Deshalb bleibt die zweite Sicherheitsebene unverändert bestehen:
- Tägliche verschlüsselte Backups mit Point-in-Time-Recovery — Wiederherstellung auf einen beliebigen Zeitpunkt, nicht nur auf den letzten Nachtstand.
- RPO unter einer Stunde: Im schlimmsten anzunehmenden Fall liegt zwischen dem letzten gesicherten und dem tatsächlichen Datenstand weniger als eine Stunde.
- RTO unter vier Stunden: Auch nach einem vollständigen Katastrophenfall ist der Betrieb innerhalb dieser Frist wiederhergestellt.
- Geprüfte Wiederanläufe: Ein Backup, das nie zurückgespielt wurde, ist kein Backup. Wir testen die Wiederherstellung regelmäßig.
- Backups bleiben in Deutschland und werden wie Produktivdaten behandelt — verschlüsselt, zugriffsprotokolliert, nach 30 Tagen endgültig gelöscht, wenn ein Workspace gelöscht wird.
Dass diese Kette auch datenschutzrechtlich sauber dokumentiert ist, ist kein Nebenschauplatz: Verfügbarkeit und Belastbarkeit der Systeme sind in Artikel 32 DSGVO ausdrücklich als Schutzziel genannt. Was das für die Auswahl eines Anbieters bedeutet, steht in unserer Übersicht zu DSGVO-konformen KI-Tools.
Was „nahezu unmöglich“ ehrlich heißt
Wir schreiben bewusst nicht „Ausfall ausgeschlossen“. Hundert Prozent verspricht niemand seriös — und wer es tut, hat entweder die Definition oder das Kleingedruckte auf seiner Seite. Was der neue Aufbau leistet, lässt sich präzise sagen:
- Der Ausfall eines Servers, einer Festplatte oder eines Netzwerkpfads ist kein Ereignis mehr, sondern eine automatische Umleitung.
- Der Ausfall eines Modellanbieters führt zu einem Anbieterwechsel im laufenden Betrieb, nicht zum Stillstand.
- Wartung und Sicherheitsupdates verursachen keine Unterbrechung mehr.
- Was bleibt, sind seltene Großereignisse — etwa eine flächige Störung im Netz eines Providers oder ein Fehler in unserer eigenen Software, der sich auf alle Instanzen verteilt. Genau dagegen helfen Backups, gestufte Auslieferung neuer Versionen und die Möglichkeit, jede Version binnen Minuten zurückzurollen.
Anders gesagt: Redundanz beseitigt Ausfälle nicht aus der Welt, sie degradiert sie. Aus einem Totalausfall wird eine Verzögerung, aus einer Verzögerung eine Randnotiz im Protokoll.
Transparenz statt Versprechen
Verfügbarkeit ist nur so viel wert, wie sie überprüfbar ist. Deshalb gilt bei uns:
- Öffentliche Status-Seite mit aktuellem Zustand aller Komponenten, laufenden Störungen und Historie.
- Störungen werden gemeldet, auch die kleinen — mit Ursache, Auswirkung und Behebungszeit, nicht nur mit einem grünen Punkt.
- Das SLA-Dokument mit den vertraglichen Zusagen und Service Credits stellen wir auf Anfrage zur Verfügung, gern auch vor Vertragsschluss für die Prüfung durch Ihre Rechtsabteilung.
Fazit
Hochverfügbarkeit ist kein Feature, das man im Verkaufsgespräch vorführt — man merkt sie ausschließlich daran, dass nichts passiert. Genau deshalb haben wir sie gebaut, bevor der erste Kunde danach fragen musste: Wer seine Buchhaltung, sein Ticketrouting und sein Berichtswesen auf eine Plattform legt, muss sich darauf verlassen können, dass sie morgen früh um sieben läuft.
Mehrere redundante Server, automatische Übernahme, anbieterübergreifendes Modell-Routing, geprüfte Backups — und alles davon ausschließlich in deutschen Rechenzentren. Wenn Ihre IT die Details prüfen möchte: Auf der Security-Seite stehen Architektur und Maßnahmen im Einzelnen, und in einer 30-Minuten-Demo gehen wir sie gemeinsam durch.